Geschichte

 (800-1000)

 Jahr Ereignis
ab ca. 2.300 v. Chr.  Erste Siedlungen (archäologische Funde bezeugen die Existenz von Hügelgräbern) im Bereich des heutigen Wien 
ab ca. 400 v.Chr.  Die früheren Siedler des heutigen Wiener Stadtgebietes werden von einwandernden Kelten verdrängt. Vindobona, dass heutige Wien, wird als Siedlung gegründet. 
um 200 v. Chr.  Dreizehn Keltenstämme in der Region des heutigen Österreich gründen unter der Führung der Noriker das Königreich Regnum Noricum 
um 15 v. Chr. Das Königreich Regnum Noricum wird unter Kaiser Augustus eine Provinz des Römischen Reiches. Die Donau wird zur Reichsgrenze, Vindobona zum römischen Grenzposten. 
ca. 100 n. Chr. Ausbau des römischen Heerlagers, Vindobona ist mittlerweile Teil der Provinz Pannonien. Das Lager befindet sich an der Stelle des heutigen Wiener Stadtzentrums.  
117 Das römische Reich erreicht unter Caesar Trajan seine größte Ausdehnung. Vindobona wird Garnisons- und Verwaltungshauptstadt der Provinz Pannonia Superior. 
180 Kaiser Marcus Aurelius stirbt in Vindobona. 
212 Vindobona erhält das römische Stadtrecht (Municipium)  
um 400 Die Zerstörung der Siedlung durch die Vandalen. 
ab 5. Jht. Zur Zeit der Völkerwanderungen wird Vindobona mehrfach niedergebrannt, die Siedlung jedoch nie vollends aufgegeben. Mehrfach wechseln sich verschiedene Siedlergruppen wie Awaren, Langobarden oder Slaven, Ostgoten und Hunnen ab. 
453 Attila der Hunnenkönig stirbt in seiner Hochzeitsnacht in Vindobona. 
488 Ende der Römerzeit auf dem Gebiet des heutigen Österreich
740 Mit der Ruprechtskirche wird die älteste Kirche auf dem heutigen Wiener Stadtgebiet begründet 
um 800 Der Beginn der bajuwarischen Besiedlung. 
9. Jht. Die Magyaren, ein asiatisches Reitervolk, erobert das heutige Wiener Siedlungsgebiet. Otto I, König der Ostfranken, besiegt die Magyaren in der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) im Jahre 955 
881 Vindobona wird erstmalig als Venia (Weniam) benannt (nicht etymologisch mit Vindobona verwandt) 
976 der Beginn der Babenberger Herrschaft in Österreich (durch die Errichtung der Markgrafschaft Ostarrichi unter Leopold I). 
996 Ostarrichi („Mark des Ostens“) wird erstmals urkundlich erwähnt und ist von 976 bis 1156 eine Verwaltungseinheit im Herzogtum Bayern. 1996 feiert Österreich unter dem Slogan „Tausend Jahre Österreich“. 
1155 und 1156 Heinrich II (Jasomirgott), Markgraf von Österreich und Herzog der Bayern und aus dem Geschlecht der Babenberger, begründet den Schottenstift und macht Wien zu seiner permanenten Residenz. 
1192 Markgraf Leopold V nimmt den englischen König Richard Löwenherz auf dessen Rückkehr von den Kreuzzügen gefangen. Teile des Lösegelds finanzieren den Bau der Wiener Stadtmauer. 
1221 Das bedeutende Handelszentrum Wien erhält von Leopold VI das Stadt- und Stapelrecht zuerkannt. Die Donau und das ausgedehnte Handelsnetz begründen Wiens Händlerwohlstand. 
1246 Der Tod des kinderlosen Friedrich II besiegelt das Ende der Babenberger Herrschaft.
1276 Verheerende Brände zerstören große Flächen der Stadt Wien.
1278 Unter Rudolf I beginnt die Herrschaft der Habsburger.
1280 Mit dem Fürstenbuch von Jans den Enikel entsteht die erste Stadtchronik.
1295 Beginn des Baus des Stephansdoms.
1326 Ein verheerender Großbrand vernichtet fast zwei Drittel der Gebäude von Wien.
1348 Wien wird von der Pest heimgesucht. 
1365 Gründung der Universität Wien unter Rudolf IV (Der Stifter). Sie ist nach der Universität Prag die zweitälteste Universität im deutschsprachigen Raum.
1412 und 1420 In der „Wiener Gesera“ kommt es zur planmäßigen Vertreibung, Zwangstaufe oder Ermordung österreichischer Juden. 
1438 Herzog Albrecht V von Österreich wird zum deutschen König (Albrecht II) gewählt. Wien wird zur Hauptstadt des römisch – deutschen Reiches.
1485 Matthias Corvinius, König von Ungarn und Kroatien, erobert Wien und hält es bis zu seinem Tod 1490 unter seiner Herrschaft.
1522 Das „Wiener Blutgericht“ bringt die Stadt unter Erzherzog Ferdinand erstmals unter die alleinige kaiserliche Herrschaft.
1529 Die erste türkische Belagerung von Wien, die nur mit Mühe abgewendet werden kann. 1548 beginnt der Bau verbesserter Wehranlagen.
1558 Ferdinand wird als Ferdinand I zum römisch - deutschen Kaiser gekrönt, Wien wird (bis 1806) zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
1816-1848 Auch Wien wird nicht von Dreißigjährigen Krieg verschont. 1619 wurde Wien zweimal durch Böhmen und Mähren belagert. Im April 1645 fallen schwedische Truppen in Wien ein und können erst im Oktober desselben Jahres wieder vertrieben werden. 
1679 Eine Pestepidemie rafft einen großen Teil der Bevölkerung Wiens dahin. Eine weitere Pestepidemie im Jahre 1713 ist ebenso verheerend.
1683 Die zweite türkische Belagerung Wiens scheitert ebenfalls. Das Omanische Reich wird bis aufs weitere aus Mitteleuropa zurückgedrängt.
1685 Das erste Wiener Kaffeehaus wird nach türkischem Vorbild eröffnet.
1740 Am 20.10.1740 besteigt Maria Theresia, Königin von Ungarn und Böhmen und Erzherzogin von Österreich den Thron. Während Ihrer Amtszeit entsteht das Burgtheater und Schloss Schönbrunn und es kommt zur Öffnung des Praters für die Bevölkerung.
1752 Der heute älteste Tiergarten der Welt (Schönbrunn) entsteht in Wien
1804 Gründung des Kaiserreichs Österreich durch Erzherzog Franz. 
1805 und 1815 Während der napoleonischen Kriege wird Österreich zweimal durch Napoleon besetzt. Dieser bezieht 1805 und 1809 Quartier in Schloss Schönbrunn. Nach den Befreiungskriegen werden die Machtverhältnisse in Europa im Wiener Kongress 1814 bis 1815 neu geordnet. Österreich zieht sich aus dem europäischen Westen zurück und im Zuge der Festlichkeiten zum Kongress beginnt der Siegeszug des Wiener Walzers. 
1848 Im Zuge der Französischen Revolution kommt es auch in Wien zu Unruhen. Der Kampf um Mitbestimmungsrechte der Bürger wird vom Militär blutig unterdrückt. 
1858-1865 Die vorgelagerten Stadtmauern werden durch eine Prachtstraße ersetzt (die heutige Ringstraße).
1866 Der Deutsche Krieg (auch Preußisch – Deutscher Krieg) zwischen Preußen und Österreich, bzw. den Verbündeten beider Parteien, sichert Preußen die Vormachtstellung in den deutschen Ländern.
1867-1918 Das Kaiserreich Österreich wird zur Doppelmonarchie Österreich – Ungarn (auch Donaumonarchie) im Zuge der Lösung der Vielvölkerproblematik („Acht Nationen“) im Herrschaftsgebiet.
1867-1918 Durch die Eingemeindung von Ortschaften und einem massiven Bevölkerungszustrom wird Wien zu einer der fünf größten Städte der Welt. Elektrizität und die Gasversorgung erobern die Stadt. Ein Drittel der Wiener sind keine deutschen Muttersprachler. 1910 hat Wien zwei Millionen Einwohner (Höchststand). Um die Jahrhundertwende blüht das Kultur- und Gesellschaftsleben.
1873 Die fünfte Weltausstellung wird im Wiener Prater abgehalten.
1914-1918 Der Erste Weltkrieg führt zum Ende der Blütezeit Wiens. Die vorausgegangenen Balkankriege, Österreichs Interessen auf dem Balkan und die verworrenen Bündnissysteme in Europe führen den Kontinent in den Abgrund. 1918 wird die Monarchie abgesetzt und Deutschösterreich (1919 Österreich) zur Republik ernannt. In den Zwischenkriegsjahren wachsen die politische Polarisierung und die Radikalisierung.
1922 Wien wird zum autonomen Bundesland ernannt.
1933-1938 Die Vaterländische Front kommt im Zuge des aufkeimenden „Austrofaschismus“ (Dollfuß und Schuschnigg), angelehnt an Mussolinis italienischem Vorbild, an die Macht. Ein Jahr später kommt es im Zuge eines dreitägigen Bürgerkriegs zur Radikalisierung und dem Verbot der Sozialdemokratie.
1938-1945 Österreich wird an das Deutsche Reich im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Wien angeschlossen. Der Reichsgau Groß-Wien wird nach zahlreichen Gemeindeeingliederungen zur flächenmäßig größten Stadt des Reiches. Hitlers Pläne zur Vernichtung der Juden fallen im antisemtischen Wien auf fruchtbaren Boden. Wien wird durch Luftangriffe der Alliierten stark zerstört. Im April erfolgt die Einnahme durch die Rote Armee. Am 27. April 1945 wird die 2. Republik ausgerufen. Wien wird wie Berlin in vier Besatzungszonen unterteilt.
1955 Die vier Besatzungsmächte ziehen ab und Österreich erhält seine volle Unabhängigkeit zurück.
1972-88 Bau der 21km langen und 250m breiten künstlichen Donauinsel als Teil des Hochwasserschutzsystems. 1978 wird das erste Teilstück der Wiener U-Bahn eröffnet.
1979 Wien wird dritter Sitz der Vereinten Nationen, nachdem zwischen 1973 und 1979 die Uno – City errichtet wurde.
1989 Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs werden die Jahrhunderte alten kulturellen, politischen und Handelsbeziehungen mit Tschechien, der Slowakei oder Ungarn revitalisiert.
1995 Österreich tritt der Europäischen Union bei .
1997 Schloss Schönbrunn wird wie schon 2000 die Wiener Altstadt zum UNESCO – Weltkulturerbe ernannt.
2007 Österreich stellt die Grenzkontrollen in seine nördlichen und östlichen Nachbarländer ein.
2010 Wien wird im weltweiten Vergleich zu der Stadt mit der höchsten Lebensqualität gewählt.