Prater

File 239Der Prater ist eine Parkanlage im 2. Wiener Bezirk (Leopoldstadt), der auf 6 Millionen Quadratmetern nicht nur zum spazieren gehen, joggen oder Rad fahren einlädt, sondern auch mit einer Reihe anderer Freizeitmöglichkeiten aufwartet. Der Stephansdom und die Hofburg gelten ebenso als Wiener Wahrzeichen, wie das Riesenrad mit seinen roten Gondeln im Wiener Prater, genauer gesagt im so genannten Würstelprater, einem Vergnügungspark im Westen der Grünanlage. Oftmals wird der Würstelprater fälschlicherweise als Prater bezeichnet.

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Wie viele öffentliche Parkanlagen in den Metropolen Europas, war auch der Prater ursprünglich für die Bevölkerung verschlossen. Erstmals urkundlich erwähnt zu Beginn des 15. Jahrhunderts, dauerte es bis in das Jahr 1766, bis Kaiser Joseph II. den Park per Dekret für die Wiener zugänglich machte. Zuvor dienten die weitläufigen Auen- und Grünanlagen der königlich-kaiserlichen Erbmonarchie als Erholungs- und insbesondere Jagdgebiet. 1538 ließ Ferdinand I. eine Allee durch den ca. 10km langen Park legen, 22 Jahre später wurde der Prater auf Geheiß von Maximilian II. eingezäunt. Das Pratermuseum am Beginn der Allee gibt dem Interessierten einen detaillierten Überblick zur Geschichte des heute größten Wiener Stadtparks. Das Museum ist einem Planetarium angeschlossen.
File 317Der Würstelprater erhielt seinen Namen in Anlehnung an die Figur des „Hanswurst“, einer komischen, bisweilen ins Lächerliche gezogenen Theaterrolle. Der Grund hierfür war schlichtweg, dass der Würstelprater im 18. Jahrhundert Schauplatz von Theateraufführungen und Bühnenspektakeln war. Bis heute ist der Würstelprater mitunter auch noch als Volksprater bekannt. Die offizielle Umbenennung von Würstel- in Volksprater erfolgte im Zuge der Weltausstellung von 1837, die in Wien (und teilweise auf dem Pratergelände) abgehalten wurde.

Der Würstelprater besitzt ganzjährig Volksfestcharakter. Egal ob Dosenwerfen, Tombola, Karussell, Geisterbahn oder Autoskooter, die Schaustellerbuden im Würstelprater haben mitunter ganzjährig geöffnet (die Hauptsaison ist vom 15.3 bis zum 15.10 jeden Jahres). Ein Highlight ist sicherlich das Wiener Riesenrad, das die Leopoldstadt überragt. Das Riesenrad mit den markanten roten Gondeln, gebaut nach den Plänen zweier englischer Architekten, wurde 1897 anlässlich eines Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet. Damals war es mit einem Durchmesser von etwas mehr als 60 Metern und einem Gesamtgewicht von 430 Tonnen das größte und zugleich schwerste Riesenrad der Welt. Präsent war das rote Ungetüm auch in dem berühmten Film „Der dritte Mann“ und im 15. James Bond Film „Hauch des Todes“ mit Timothy Dalton in der Hauptrolle. Neben dem Riesenrad ist die Liliputbahn bei Besuchern sehr beliebt. Die kleine Eisenbahn (Spurweite 381mm) fährt auf einem 4 Kilometer langen Rundkurs durch den Prater. Der Zustieg ist in der Nähe des Riesenrads möglich.
Auch für Fußballfans und Fußballnostalgiker ist der Prater einen Besuch wird, findet sich dort doch auch das legendäre Praterstadion, heute besser bekannt als das Ernst-Happel-Stadion, in dem die österreichische Nationalmannschaft ihre Heimspiele austrägt. Das Stadion liegt unweit des Würstelpraters. Ebenso spannend ist die im April 2011 eröffnete Wiener Filiale des Wachsfigurenkabinetts von Madame Tussauds, in dem Sie neben einer Auswahl an internationalen Stars und Persönlichkeiten ausgewählte Größen Österreichs wie Falco, Sigmund Freud oder Sisi, die wohl berühmteste Kaiserin, in lebensechten Kopien bewundern können. Auch findet sich die kleinste Republik der Welt (Kugelmugel) im Wiener Prater. Im Jahre 1971 errichtete der Künstler Edwin Lipburger ein 8 Meter im Durchmesser großes Kugelhaus in Niederösterreich. Elf Jahre später zog das Bauobjekt in den Wiener Prater um und wurde von seinem Architekten als die kleinste Republik der Welt ausgerufen. Sollte Sie Ihr Praterbesuch hungrig oder durstig gemacht haben, empfehlen wir Ihnen das Schweizerhaus, in dem Sie vorzüglich essen können.