Stephansdom

File 269Majestätisch steht er da, der Stephansdom im Herzen Wiens, das Wahrzeichen der Donaumetropole, eine Zurschaustellung gotischer Baukunst; nein, das bedeutenste gotische Bauwerk Österreichs! Der Stephansdom mit seinem charakteristischen bunten Ziegeldach, gehört mit nahezu 140m Höhe zu den zehn höchsten Sakralbauten der Welt. Der Turm des Stephansdoms, steht tatsächlich im Zentrum der Donaumetropole und, wie sollte es anders sein, stellt somit folgerichtig für die Wiener den Mittelpunt der Welt dar.
File 314Der Steffl, wie er von den Wienern liebevoll genannt wird, wurde zunächst als Kapelle außerhalb der Wiener Stadtmauern angelegt. Der Bau begann 1137, die Weihung erfolgte zehn Jahre später durch den Bischof von Passau. 1221 wurde die Kapelle zur dreischiffigen Basilika ausgebaut. Seit 1365 ist der Steffl offiziell als Domkirche, und seit 1469 als Kathedrale anerkannt. Sein heutiges Aussehen erlangt der Stephansdom vor etwas mehr als 400 Jahren. Insgesamt wurden etwas mehr als 500 Jahre an dem Dom gebaut, er wurde, in seiner 

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angestrebten Form nie vollendet. Beispielsweise hat man den Nordturm (Adlerturm) nie fertig gebaut, sondern nach vielen Baujahren einfach mit einer Kuppel, die mit einem Adler gekrönt ist, abgeschlossen. Das Hauptportal des Stephansdoms, durch das man heute in das ehrwürdige Gotteshaus schreitet, stand früher nur der Oberschicht zu und wurde zudem nur zu speziellen Anlässen geöffnet. Links und rechts davon stehen die beiden kleinen Heldentürme. Im Stephansdom befinden sich eine Reihe von Kunstschätzen, religiöse Kleinoden und Sehenswürdigkeiten. Zu den bekanntesten zählen:

- Die Pummerin, die Kirchenglocke von St. Stephan, zu der man mit einem Aufzug hinauffahren kann. Sie ist über 20 Tonnen schwer und wurde aus dem Metall erbeuteter türkischer Kanonen gegossen, zerbrach allerdings während eines Dombrands. 1951 wurde sie erneut gegossen.
- Das Hochgrab Kaiser Friedrichs III., das zwischen 1467 und 1513 von Niclas Gerhaert van Leyden errichtet wurde und in rotem Marmor gehalten ist. Er steht im Südchor
- Das Grabmal von Prinz Eugen von Savoyen aus dem Jahre 1754. Es liegt in der Tirna-Kapelle im linken Teil des dreischiffigen Hallenraums
- Die um 1500 durch Anton Pilgram geschaffene Kanzel im Mittelschiff, bzw. der von ihm entworfene Orgelfuss (Tirna-Kapelle) von 1513
- Der „Wiener Neustädter Altar, ein Flügelaltar im gotischen Stil aus dem Jahre 1447 im linken Seitenchor des Doms
- Der Hochaltar aus schwarzem Marmor, erbaut von den Brüdern Tobias und Johann Jakob Pock zwischen 1640 und 1660
- Das Gnadenbild der Madonna von Pötsch, eine Ikone, die seit der Entscheidungsschlacht bei Zenta, im Großen Türkenkrieg, verehrt wird, da während der Schlacht der Madonna Tränen aus den Augen geflossen sein sollen
- Die Herzogsgruft, die Erzherzog Rudolf IV. für die Habsburger anlegen ließ. Hier wurden Ferdinand II, sowie in Kupferurnen die Eingeweide von 56 Habsburgern zur Ruhe gebetet.
- Die Kirchenorgel auf der Westempore ist die sechstgrößte Kirchenorgel der Welt. Sie wurde zwischen 1956 und 1960 vom Wiener Orgelbauer Johann M. Kauffmann erbaut.

Der Stephansdom hat ein ausgefeiltes System an Katakomben. Als 1713 die Pest in Wien wütete, waren alle Friedhöfe überfüllt, weshalb mehr als 10.000 Tote in den Katakomben verscharrt wurden, die man zunächst zugemauert hat, bis die Gebeine der Toten später von Mönchen und Strafgefangenen geschlichtet wurden.

 

Adresse
Stephansdom
Stephansplatz 1
1. Bezirk, A-1010 Wien

 

Öffnungszeiten
Täglich von 6.00 bis 22.00 Uhr

Führungen
Montag bis Samstag: 10.30 und 15.00 Uhr
Sonn- und Feiertags: 15.00 Uhr
Juni bis September: Abendführungen mit Dachrundgang jeweils Samstag um 19.00 Uhr

 

Gottesdienste
Montag bis Samstag: 6.30, 7.15, 8.00, 12.00, 18.00 und 19.00 Uhr (verschiedene Messen)
Sonn- und Feiertags: 7.30, 9.00, 10.15, 12.00, 18.99, 19.00 und 21.00 Uhr